Phaedrus: Fabulae – 1,13 (Vulpes et Corvus) – Übersetzung

Lateinischer Text: Deutsche Übersetzung:
Vulpes et Corvus – Liber primus (1) Der Fuchs und der Rabe – Buch 1
Quae se laudari gaudent verbis subdolis,
serae dant poenas turpi paenitentia.
Wer sich darüber freut, dass er mit hinterhältigen Worten gelobt wird, wird durch seine Reue spät bestraft (Strafe zahlen).
Cum de fenestra corvus raptum caseum
comesse vellet, celsa residens arbore,
vulpes invidit, deinde sic coepit loqui:
‚O qui tuarum, corve, pinnarum est nitor!
Als ein Rabe das aus einem Fenster geraubte Stück Käse essen wollte und auf einem hohen Baum saß, sah ihn ein Fuchs und begann daraufhin so zu sprechen: „O Rabe, welch Glanz haben deine Federn!
Quantum decoris corpore et vultu geris! Welch große Anmut trägst du in Gestalt und Antlitz!
Si vocem haberes, nulla prior ales foret‘. Wenn du eine (schöne) Stimme hättest, wäre dir kein Vogel überlegen.“
At ille, dum etiam vocem vult ostendere,
lato ore emisit caseum, quem celeriter
dolosa vulpes avidis rapuit dentibus.
Aber als jener Dummkopf seine Stimme zeigen wollte, ließ er den Käse aus dem Mund fallen, den der listige Fuchs rasch mit gierigen Zähnen packte.
Tum demum ingemuit corvi deceptus stupor. Da schließlich seufzte der getäuschte Rabe über seine Dummheit.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. ich hab die gleiche Übersetzung in einem buch stehen oder fast gleich, jedenfalls ist der Rabe durch eine Amsel ersetzt worden, aber Scheins muss Rabe richtig sein.

  2. Unsere deutlich wörtlichere Übersetzung lautet so:
    Welche sich des Lobens durch trügerische Worte freuen, zahlen spät Strafe durch schändliche Reue. Als ein Rabe den vom Fenster geraubten Käse essen wollte, auf einem hohen Baume sitzend, beneidete ihn ein Fuchs und begann dann, so zu sprechen: „Oh Rabe, welch Glanz ist deinen Federn! Welch große Anmut trägst du in Gestalt und Antlitz! Wenn du eine Stimme hättest, wäre dir kein Vogel überlegen.“ Jener jedoch, während er auch seine Stimme zeigen wollte, hatmit weitem Schnabel den Käse fallen gelassen. Diesen raubte der listige Fuchs schnell mit gierigen Zähnen. Da schließlich beklagte der Getäuschte die Dummheit des Raben. (gemeint ist hier: die eigene Dummheit beklagen)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.