Plinius – Epistulae – Liber decimus – Epistula 97 – Übersetzung

TRAIANUS PLINIO
Actum quem debuisti, mi Secunde, in excutiendis causis eorum, qui Christiani ad te delati fuerant, secutus es. Neque enim in universum aliquid, quod quasi certam formam habeat, constitui potest. 2 Conquirendi non sunt; si deferantur et arguantur, puniendi sunt, ita tamen ut, qui negaverit se Christianum esse idque re ipsa manifestum fecerit, id est supplicando dis nostris, quamvis suspectus in praeteritum, veniam ex paenitentia impetret. Sine auctore vero propositi libelli nullo crimine locum habere debent. Nam et pessimi exempli nec nostri saeculi est.


Deutsche Übersetzung: (Buch 10, Brief 97)
Traian an Plinius
Du hast, mein Secundus, die Richtlinien bei der Untersuchung der Fälle derer, die als Christen angezeigt waren, pflichtgemäß befolgt. Zur allgemeinen Anwendung kann ja noch nichts erlassen werden, was bereits verbindlich formuliert wäre. Aufspüren soll man sie nicht; werden sie angezeigt und überführt, sind sie zu bestrafen, aber so, dass derjenige, der bestreitet, Christ zu sein, und der das durch eine bestimmte Handlung bekräftigt – das heißt: durch Anbeten unserer Götter -, auch dann, wenn seine Vergangenheit verdächtig ist, Gnade wegen reuiger Umkehr erlangt.Ohne Verfassernamen vorgelegte Anschuldigungen sind aber bei keinem Straffall am Platz. Denn das wäre ein übles Beispiel und steht unserer Zeit nicht an.

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