Plinius – Epistulae – Liber nonus – Epistula 15 – Übersetzung

C. PLINIUS FALCONI SUO S.
Refugeram in Tuscos, ut omnia ad arbitrium meum facerem. At hoc ne in Tuscis quidem: tam multis undique rusticorum libellis et tam querulis inquietor, quos aliquanto magis invitus quam meos lego; nam et meos invitus. Retracto enim actiunculas quasdam, quod post intercapedinem temporis et frigidum et acerbum est. Rationes quasi absente me negleguntur. Interdum tamen equum conscendo et patrem familiae hactenus ago, quod aliquam partem praediorum, sed pro gestatione percurro. Tu consuetudinem serva, nobisque sic rusticis urbana acta perscribe. Vale.


Deutsche Übersetzung: (Buch 9 , Brief 15)
C. Plinius grüßt seinen Falco
Ich hatte mich zu den Tuscern geflüchtet, um ganz nach Lust und Laune leben zu können. Aber es glückte mir auch bei den Tuscern nicht, mit so vielen Eingaben von seiten der Bauern ringsum und ihrem Gejammer werde ich behelligt, die ich noch weit widerwilliger lese als meine eigenen Schriften: Denn auch diese lese ich nur widerwillig.
Ich bin nämlich dabei, einige kleine Plädoyers zu überarbeiten, und das ist nach zeitweiliger Unterbrechung ein langweiliges, mühseliges Geschäft. Die Abrechnungen bleiben liegen, als ob ich nicht da wäre.
Immerhin setze ich mich ab und zu aufs Pferd und spiele insoweit den Hausherrn, als ich anstelle eines Spazierritts einen Teil meiner Güter durchfliege. Bleib Du bei Deiner Gewohnheit und schreib mir, dem so Verbauerten, von den Begebenheiten in der Stadt!
Leb‘ wohl!

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